Mit dem Wasser leben

Mit dem Wasser leben

Grüne aus der Region tauschen sich zu Naturschutz, Hochwasserschutz, Tourismus und Freizeit.

Am 31.7. haben sich Grüne aus der Stadt Wolfenbüttel, der Samtgemeinde Elm-Asse-Fallstein, der Gemeinde Cremlingen und aus Braunschweig über den Hochwasserschutz an der Oker informiert. Mit einem Kanu wurde die Oker von Wolfenbüttel in Richtung des südlichen Landkreises erkundet und Station in Halchter gemacht. Ulrike Siemens erläuterte als fachkundige Expertin für den Umwelt und Naturschutz, welche Gefahr z.B. für kritische Infrastruktur ausgeht:

„Die Bahnstrecken in der Okeraue liegen im Überschwemmungsgebiet. Bei einem großen Hochwasser werden sie überspült und können, wie im Ahrtal, durch das Wasser zerstört werden. Sind Bahnstrecken und Straßen nicht funktionsfähig, kann auch die Rettung von Menschen, das Beseitigen von Schäden und der Wiederaufbau nicht richtig erfolgen. Mobilfunk, Trinkwasserversorgung und vieles mehr gehört zur kritischen Infrastruktur und muss besser geschützt werden“

Leo Pröttel, Landratskandidat der Grünen ergänzt: „Der vorsorgende Hochwasserschutz kann nur gemeinsam erfolgen. Die Zusammenarbeit der Anliegergemeinden funktioniert gut. Ich frage mich aber, ob die Dimension des fortschreitenden Klimawandels und der zunehmenden Extremwetterlagen schon ausreichend berücksichtigt wird. Mit jeder Überarbeitung von Überschwemmungsanalysen werden die betroffenen Gebiete größer und der mögliche Schaden größer. Nur wenn wir unsere Anstrengungen deutlich vergrößern und mit Gemeinden und Behörden schneller und weniger bürokratisch handeln, können wir die Menschen schützen.“

Hilmar Nagel ergänzt: „Den Gewässern müssen wir mehr Raum geben, ausreichend Überflutungsgebiete und natürliche Gewässerrandstreifen sind ein wesentlicher Bestandteil der Vorsorge. Nicht nur an großen Flüssen sind Menschen bedroht. Starkregenereignisse führen auch an Hängen zu großen Schäden an Menschen und Gebäuden. Wichtig ist, dass es regelmäßige Analysen gibt und die Menschen informiert werden, mit welchen Gefahren sie für ihr zuhause rechnen müssen. Dann können sie sich darauf vorbereiten und Schaden verhindern.“

Ein Bürger hat am Stand der Grünen in Wolfenbüttel einen sehr guten Vorschlag gemacht: „Um die Einbruchssicherheit von Gebäuden zu erhöhen, berät die Polizei Eigentümer direkt vor Ort dazu, wie sie sich vor Einbruch schützen können. Sowas brauchen wir auch für die Folgen des Klimawandels!“

„Eine Beratungsstelle für die Bürger, finde ich eine sehr gute Idee. Der Aufwand für den Landkreis ist gering, aber Bürgerinnen können so einfach einen Teil dazu beitragen, dass sie keinen großen Schaden erleiden. Volkswirtschaftlich betrachtet ist es geboten, dass wir die Bürgerinnen dabei unterstützen und hier in Vorleistung gehen. Die vermiedenen Schäden werden die Kosten dieses Beratungsangebotes sicher rechtfertigen.“

Im Anschluss haben die Teilnehmerinnen die Fahrt auf der Oker im Vereinsheim des SKSG Wolfenbüttel bei lebhaften Diskussionen ausklingen lassen. Dabei haben wir auch die Vielzahl an Booten ausprobiert und einen kleinen Teil der Wasserstadt Wolfenbüttel erkundet. Denn bei all den Gefahren, die von Extremwetter ausgehen, muss man feststellen, dass wir sehr gut und schön mit dem Wasser zusammenleben. Es hat unsere Landschaft und unsere Städte geformt und bildet die Grundlage für unser Leben und auch den Erhalt unserer Lebensqualität. Mit dem Wasser leben wird uns in Zukunft noch mehr prägen, deshalb möchten wir Grüne darauf dringen, dass Wasser besser geschützt wird und wir das Potenzial unserer wasserreichen Region besser nutzen. Für den Naturschutz, für die Landwirtschaft, den Tourismus und das alltägliche Leben.

Vor dem Auslaufen muss das Kanu vom Vereinsheim zu einem der Anlieger in Wolfenbüttel gebracht werden. Vorne: Grüner Landratskandidat Leo Pröttel

In Halchter entstand eine lebhafte Diskussion zu Überflutungsgebieten und Infrastruktur. Vlnr.: Uta Rusche, Nick, Ulrike Siemens, Leo Pröttel, Angelika Uminski-Schmidt

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