Mehr Jugendprojekte & ein Jugendparlament für den Kreis Wolfenbüttel

Mehr Jugendprojekte & ein Jugendparlament für den Kreis Wolfenbüttel

Wo ich auf junge Menschen treffe, frage ich sie „Wo ist der eine Ort an dem ihr ungezwungen eure Freunde trefft?“. Meist haben sie keine Antwort. Die Antwort auf die sich die meisten einigen können ist der Prinzenpark in Braunschweig. Junge Menschen haben in unserem Landkreis kaum Orte an denen sie sich mit gleichaltrigen treffen können. Ausgenommen den Trashpark genannte Jugendplatz in Wolfenbüttel. Ein Ort für einen ganzen Landkreis.

Ich bin stolz darauf wie solidarisch sich die Jugend während der Pandemie gezeigt hat. Bei den Querdenkern waren sie kaum vorhanden. Vielmehr haben sie stoisch die Irrungen und Wirrungen, die die Politik ihnen auf die Schultern gelegt hat, ertragen. Klassenzimmer ohne Luftfilter, das Hin-und-Her zwischen Präsenz und Fernunterricht, keine Impfmöglichkeiten, während andere von Auflagen befreit werden. Nach über einem Jahr hat sich Druck aufgebaut und der will raus. 

Wo ich im Landkreis hinsehe, da sehe ich den Wunsch von Menschen ihre Freizeit vor Ort zu verbringen. Aber es fehlen Möglichkeiten, besonders für junge Menschen, für eine selbstbestimmte, erlebnisreiche Freizeit. In der Asse entstehen illegale Radwege für Abfahrten mit Mountainbikes, sogenannte Trails. In Cremlingen kämpft ein Verein seit Jahren vergeblich um einen Skatepark. In Wolfenbüttel wird diskutiert, ob man die Schulhöfe für Jugendliche schließen soll, weil sie an Wochenenden unangenehm sind. Wo sollen die Menschen denn hin, wenn wir alles verbieten und keine Angebote schaffen? Sie ziehen weg.

Damit können wir nicht zufrieden sein. Wir müssen um die Jugend kämpfen und ihr zeigen, dass ihr Zuhause, unser Landkreis Wolfenbüttel, sie mit ihren Wünschen genauso ernst nimmt wie alle anderen Einwohnerinnen. Wenn wir Menschen eine gute Jugend bieten und auch junge Leute anziehen, dann bleiben sie eher hier wohnen oder kommen nach einem Studium oder Fernaufenthalt wieder. Und noch viel wichtiger, sie bringen sich von Anfang an ein und gestalten mit, ihre und auch unsere Zukunft. In Jugend investieren heißt also in die Zukunftsfähigkeit des Landkreises als Wohn- und Lebensmittelpunkt investieren. 

Was könnte das sein, was die Jugend hier hält? Ich weiß es ehrlich nicht, aber ich kenne jemanden, der das beantworten kann: Die Jugend selbst! In der Stadt Wolfenbüttel gibt es bereits ein Jugendparlament. Die Jugendlichen diskutieren, machen Veranstaltungen und Projekte. Für den Kreis fehlt ein solches. Die Jugendlichen haben keine Vertretung, denn sie dürfen noch nicht wählen. Sie dürfen aber nicht stimmlos bleiben und brauchen ein Sprachrohr, über das sie ihre besonderen Bedürfnisse und Ideen vertreten und an Politikerinnen heranbringen können, wie alle anderen auch. Ein Jugendparlament ist dafür der geeignete Rahmen. 

Ich möchte, dass wir in den nächsten fünf Jahren ein Kreisjugendparlament etablieren und unterstützen. Und ich will, dass wir den Jugendlichen auch eine Perspektive bieten ihre Ideen für sich und ihre Nachfolgerinnen umzusetzen. Dafür braucht es Geld, Förderung und Womanpower. Nicht zuletzt auch eine Jugendarbeit, die die Personalstärke und Mittel hat, um manch einen jugendlichen Überschwang eine konstruktive Dynamik zu verleihen.

Unsere Jugend hat sich Solidarisch gezeigt und große Entbehrungen hingenommen. Sie haben darauf verzichtet ihre Freunde zu treffen, auf Bildung verzichten müssen, viele von ihnen haben die schönste Zeit verpasst, die den meisten von uns vergönnt war. Zeigen wir uns solidarisch mit den Jugendlichen und schaffen mit ihnen ein Investitionsprogramm für eine erfüllte Jugend und Stadt und Kreis Wolfenbüttel. 

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